Gastronomie
Zu Zeiten des Zuckeranbaus gab es auf Madeira reichlich Süsswaren.Die Konservierung von Früchten mit Zuckersirup, die früher häufig angewendet wurde, hielt sich bis in unsere Zeit. Der traditionsreichste Vertreter dieser inseltypischen Süsswaren ist der sogenannte “bolo de mel”, ein Honigkuchen, der mit dem Weihnachtsfest auf der Insel eng verbunden ist. Dieser Kuchen, dessen Zutatenlisten sehr reichhaltig und unterschiedlich sind, wobei man den Zuckerrohrhonig und die verschiedenen aus Indien stammenden Gewürze besonders herausschmeckt, scheint seinen Ursprung der Entdeckung Indiens durch die Portugiesen zu verdanken und somit der “Entdeckung” der orientalischen Gewürze.
Man sagt auch, es handle sich um eine Abwandlung des Rezeptes für “Christmas pudding”, das von englischen Touristen und hier ansässigen Engländern nach Madeira gebracht worden war.
Unter den verschiedenen Speisen, deren Zubereitung hier ihre Wurzeln hat, möchten wir besonders auf folgende hinweisen: zum einen auf die “espetada”, bei der es sich um einen Lorbeerspiess mit aufgesetzten Rindfleischstücken handelt, zum anderen auf den sogenannten “bolo de caco”, einem Kuchen aus Plunderteig; beide sind besonders bei Volksfesten (“arraiais”) beliebt. Aber diese Speisen konnten auch ganz spontan an Ort und Stelle zubereitet werden. Auch gibt es das hausgebackene Brot mit Süsskartoffeln im Teig, den ebenfalls hausgemachten Kuskus, “carne de vinho e alhos” (mit Wein und Knoblauch mariniertes Schweinefleisch), “milho frito” (gebratener Mais), der im allgemeinen zum Thunfischsteak gereicht wird, und schliesslich die delikaten “filetes de espada” (Degenfischfilets). Der Schwarze Degenfisch (Espada Preto) lebt in einer Tiefe zwischen 800 und 1600 m. Dieser köstliche Fisch wird ausschließlich vor der Küste Madeiras gefangen, sowie in einigen Fischgründen vor der Küste des Festlandes (wie Sesimbra und Peniche) und auch vor Japan.
Unter den Getränken gibt es ausser den schon lange berühmten Madeiraweinen, welche als Aperitif oder zum Kaffee gereicht werden, exotische Fruchtsäfte wie z.B. Marakujasaft oder schliesslich den berühmt-berüchtigten “poncha”, hergestellt aus Zuckerrohrschnaps, Zuckerrohrhonig und Zitrone.