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Kunsthandwerk

Stickereien

Die Madeira-Stickereien, die auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurückgehen, sind von den Engländern auf der Insel eingeführt worden. Anfangs wurden die Stickereien ausschliesslich in Heimarbeit und auf dem Lande gefertigt; heute wird ein Teil maschinell, ein Teil von Hand gefertigt, wobei sich der Herstellungsvorgang in drei Phasen gliedert:

Das Muster wird von einem Designer entworfen, der in einer der in Funchal ansässigen “Fabriken” beschäftigt ist. Dann wird das Muster auf den Stoff kopiert.

Die mit den Mustern bedruckten Stoffe werden dann an die Stickerinnen überall auf Madeira und Porto Santo verteilt, überwiegend in den ländlichen Gegenden.

Im letzten Schritt kehren die schon bestickten Stoffe zur Fabrik zurück und werden dort gewaschen, gebügelt und ausgeschnitten. Neben den traditionellen Mustern werden auch modernere und aktuellere gefertigt.

Tapisserien

Gobelins und Wandteppiche werden erst in neuerer Zeit angefertigt. Auf eine Leinwand (Stramin) “stickt” man normalerweise mit Wolle in verschiedenen Farbabstufungen ein bestimmtes Thema oder Ereignis, wobei die Kunstgewerblerinnen eine ungewöhnliche Fertigkeit und perfekte Qualität in der Ausführung dieser Arbeiten erlangt haben. Man benutzt den “Halbstich”, den “Gobelinstich” und den “Petit-Point”.

Es sind die Handelsfirmen, die ebenso wie bei den Stickereien hier die Anfertigung und die Ausfuhr vorantreiben.

Museumskern des I.B.T.A.M. - Institut für Stickereien und Tapisseriear- beiten der Autonomen Region Madeira

Öffnungszeiten: Von Montag bis Freitag von 10 bis12.30 Uhr und von 14.30 bis 17.30 Uhr (Samstags, Sonn- und Feiertags Geschlossen) Eintrittspreis: Erwachsene: 300$00 Esc.- Studenten: Eintritt frei

Im Mittelpunkt des Vermögens des I.B.T.A.M. steht eine Sammlung der Madeira-Stickerei aus dem letzten Viertel des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Zusammenstellung verschafft einen Einblick in die Inneneinrichtung der Häuser Madeiras zur Zeit der Romantik. Ausgestellt sind Stücke für das Wohn- und Esszimmer sowie eine Anregung für das Schlafzimmer. In einem anderen Bereich geht es darum, die Verarbeitung zu veranschaulichen, indem die Phasen der Herstellung und Ausführung der Madeira-Stickerei illustriert werden.

Korbflechtarbeiten

Die aus Weidenruten geflochtenen Arbeiten haben eine lange Tradition. Selbst vor dem Gebrauch der Weidenruten wurden Flechtarbeiten schon von früheren Generationen aus anderen, feineren Materialien angefertigt, wie zum Beispiel aus Ginster.

Die Weide ist ein auf ganz Madeira weitverbreiteter Baum, der insbesondere an Flussläufen und in sumpfigen Gebieten vorkommt. Mit der Weidenrute kann man wegen ihrer Biegsamkeit sowohl feine und leichte Gegenstände als auch Möbelstücke herstellen.

Für die Korbflechtarbeiten verwendet man weisse, nur geschälte Weidenruten oder auch bräunliche, die ihren typischen Farbton nach dem Auskochen bekommen.

Unabhängig vom Gebrauch, den die Flechtarbeiten auf der Insel für häusliche oder landwirtschaftliche Zwecke finden (wie zum Beispiel als Körbe für die Weinlese, Deckel- und Picknick-Körbe), werden von den Herstellern Flechtarbeiten in den verschiedensten Formen und Mustern angefertigt, vor allem für den Export.

Teppiche

Immer seltener finden sich heute noch einige der über das Land verstreuten Webstühle, deren Modell aus dem kontinentalen Portugal stammt und auf denen in der Vergangenheit ein Grossteil der Stoffe hergestellt wurde, die der Bevölkerung als Bekleidung dienten.-In einigen Fällen werden noch wirklich gute Stoffe auf überlieferte Art hergestellt. Sonst werden die Webstühle nur noch gebraucht, um darauf die traditionellen Teppiche herzustellen, aber fast immer bunt gestreift und mit wenig variierenden Mustern.