Die strohgedeckten Häuser von Madeira
In der Gegend von Santana befinden sich noch die meisten im ländlichen Stil Madeiras erbauten Häuser, obwohl der allmähliche Niedergang des traditionellen Stils und das Verschwinden der typischen Beispiele auch vor dieser Region nicht Halt gemacht haben.
In der Gemeinde Santana kann man noch immer, wenn auch zunehmend seltener, einige Häuser in dem typisch ländlichen Stil mit rechteckigem Grundriss, niedrigem Steinmauerwerk und strohgedecktem Dach sehen.
In der Gemeinde von São Jorge, etwas weiter nördlich, sollte man den ländlichen Häusern mit Holzwänden und gleichfalls strohgedeckt besondere Aufmerksamkeit schenken. Diese Holzhäuser, einige davon schon mehrere hundert Jahre alt, sind die Erbstücke jener Bauweise, in der zu Beginn der Inselbesiedlung die urtümlichen Behausungen errichtet wurden.
An anderen Orten Madeiras (in Gegenden wie Machico, entlang der Steigung nach Portela; Ribeira Brava; Sítio das Fontes; Boaventura; Sítio do Urzal etc.) kann man trotz des raschen Niedergangs des traditionellen Stils noch ländliche Häuser mit Steinmauerwerk und Strohdach sehen.
Hinsichtlich der Landhäuser bleibt noch auf die typischen Häuser von Porto Santo hinzuweisen, die sich völlig von den madeirensischen unterscheiden, da sie mit den für ihre Insel eigentümlichen Materialien hergestellt wurden (die Dächer z.B. aus lehmhaltiger Erde). Somit haben sie einen interessanten und wirklich einzigartigen Charakter; unglücklicherweise sind jedoch auch sie bereits im Verschwinden begriffen. Es ist noch nicht allzulange her, dass sowohl die madeirensischen als auch die Landhäuser Porto Santos in ihrer Anpassung an die Landschaft zu einem harmonischen Zusammenwirken von Mensch und Umwelt beitrugen.