Kirchen
Die Kathedrale
Der von König Dom Manuel angeordnete Bau der Kathedrale wurde 1453 in Angriff genommen und 1514 abgeschlossen. Ihr Erbauer war Pêro Annes, der auch das alte Zollhaus erbaut haben soll und einer der meistgeachteten Baumeister Madeiras war.
Es handelt sich um ein schönes Stück Architektur, zusammengesetzt aus verschiedenen Baustilen. Der Zeit der Entdeckungen entsprechend findet sich hier spanisch-arabischer Stil in perfektem Zusammenspiel mit dem gotischen der manuelinischen Epoche.
Hervorzuheben sind die Holzdecken in den Seiten-, im Mittel- und Querschiff. Sie sind aus dem Holz des Madeira-Wachholders (auch Madeira-Zeder genannt) in spanisch-arabischem Stil gefertigt und zählen zu den schönsten ihrer Art in ganz Portugal.
Das Chorgestühl in flämischem Stil wird manchmal auch der Schule Oliveira de Gands zugeschrieben.
Bei den barocken Altarbildern des Querschiffes handelt es sich um zwei wertvolle, geschnitzte und vergoldete Stücke aus dem 17. Jahrhundert.
Es bleibt noch das in gotischem Stil gefertigte Hauptportal zu erwähnen, das mit dem königlichen Wappen geschmückt ist.
Der Chor der Kirche diente den ersten “Kapitäns-Gouverneuren” von Funchal, einschliesslich Gonçalvez Zarco, als Patio.
Die Kapelle da Encarnação
Schon 1521 befand sich diese Kapelle im Bau und wurde kurz vor Mitte des 16. Jahrhunderts fertiggestellt.
Sie gehört ebenso in die Epoche des “manuelinischen Baustils” wie die Kathedrale, die den Geist dieser Zeit umfassend widerspiegelt.
Die Kapelle Santa Catarina
Das ursprüngliche, mittlerweile verschwundene Gebäude wurde von Constança Rodrigues in Auftrag gegeben, der Frau von João Gonçalves Zarco. Eine zweite Kapelle wurde in der manuelinischen Periode an derselben Stelle errichtet. Aus jener Zeit stammt auch das Weihwasserbecken, in dessen Stein die Symbole des Martyriums der heiligen Katharina gemeisselt sind. Die grundlegend veränderte Kapelle, wie sie heute anzutreffen ist, wurde im 17. Jahrhundert erbaut.
Das Kloster Santa Clara
Der Bau des Klosters wurde 1489 begonnen und im Jahre 1496 abgeschlossen.
Die hohen Mauern der Kirche sind mit Kacheln aus dem frühen 17. Jahrhundert verkleidet.
Der obere Chor besitzt eine hölzerne Kassettendecke und Kacheln, beides in spanisch-arabischem Stil.
Im unteren Chor, der Mitte des 18 Jahrhunderts wiederhergestellt wurde, ist noch der alte Fussboden mit spanisch-arabischen Kacheln erhalten, wie im oberen Chor, und eine Sammlung von Gemälden aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die kürzlich restauriert wurden.
In dieser Kirche befindet sich auch die gotische Grabstätte von Martim Mendes de Vasconcelos, dem Schwiegersohn des Governeurs João Gonçalves Zarco.
Die Kapelle Corpo Santo
Mit dem Bau dieser Kapelle wurde Ende des 15. Jahrhunderts begonnen, jedoch wurde sie erst im Laufe des folgenden Jahrhunderts fertiggestellt. Die Einrichtung des Chors geht wahrscheinlich auf das 17. Jahrhundert zurück.
Sie wurde von Fischern erbaut und wird immer noch von dieser Berufsgruppe erhalten. In ihr weilt der Geist des Schutzpatrons der Fischer, des hl. Pedro Gonçalves Telmo, der im allgemeinen mit dem “Feurer des São Telmo” und dem “Corpo Santo” in Verbindung gebracht wird.