Museen
Museum Quinta Das Cruzes
Das Museum wurde in dem Gebäude eingerichtet, das aller Wahrscheinlichkeit nach der Wohnsitz von Gonçalves Zarco war, dem ersten Verwalter Funchals, und anschliessend der seiner Sohnes, dem zweiten Gouverneur. Es finden sich bei den Ausstellungsstücken u.a.:
- Möbel: Madeirenser Schränke und Truhen aus Zuckerkisten (17. Jahrhundert); indo-portugiesische Geldschränkchen und Vargaños (16. Jahrhundert); portugiesisches und englisches Mobiliar (18. -19. Jahrhundert)
- Skulpturen: flämische Stücke aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, Darstellung der Weihnachtsgeschichte
- Elfenbein: indo-portugiesische und europäische Stücke
- Porzellan: chinesisches Geschirr, indische Fabrikation (18. Jahrhundert)
- Fayencen: portugiesisches Kunsthandwerk (17. - 19. Jahrhundert)
- Silber: umfangreiche Auswahl guter portugiesischer und ausländischer Silberarbeiten (15. - 19. Jahrhundert)
- Krippen: Sammlung von Krippenfiguren, grösstenteils angefertigt von Madeirenser Töpfern (18. - 19. Jahrhundert)
- Archäologischer Garten: Zusammenstellung von Fundstücken aus verschiedenen Orten Madeiras herausragend die zwei manuelinischen Fenster in der Mitte des Gartens sowie ein Teil des Schandpfahls von Funchal.
Museum für religiöse Kunst
Der Gebäudekomplex in der Rua do Bispo, in dem heute das Museum für religiöse Kunst untergebracht ist, wurde in zwei verschiedenen Epochen erbaut.
Der Baumeister und Architekt Jerónimo Jorge, durch königlichen Erlass zum Konstrukteur der Befestigunsanlagen Madeiras berufen, soll auch der Architekt des alten Bischofspalastes gewesen sein, der zum grossen Teil durch das Erdbeben von 1748 zerstört wurde. In dem vom Erdbeben zerstörten Gebiet wurde 1750 das imposante Gebäude errichtet, in dem sich heute das Museum befindet. Jedoch ist noch ein von Jerónimo Jorge entworfener Gebäudeteil zu sehen, der das Erdbeben unbeschadet überstanden hat, nämlich die Kapelle São Luís (1600) sowie ein Balkon und Bogengang im Renaissance-Stil, die auf den Rathausplatz gehen.
- Malerei: schöne Sammlung flämischer Gemälde aus dem 15. und 16. Jahrhundert; portugiesische Gemälde aus dem 15., 16., 17. und 18. Jahrhundert
- Skulpturen: “Grablegung” und “Jungfrau mit dem Knaben”, beide flämischer Herkunft; Bildhauerarbeiten aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert
- Goldschmiedekunst: bedeutende Sammlung religiöser Goldschmiedearbeiten, herausragend ein von König Manuel vermachtes Prozessionskreuz; verschiedene Arbeiten, die auf das 16., 17., 18. und 19. Jahrhundert zurückgehen
- Altarschmuck: im 17. und 18. Jahrhundert angefertigt
- Einige dieser Stücke wurden aufgrund ihres hohen künstlerischen, geschichtlichen und kulturellen Wertes in die grosse Ausstellung “Europália ‘91” aufgenommen.
Museumsschwerpunkt die Stadt des Zuckers
Der Leitgedanke zur Schaffung der Museumsschwerpunkte hangt mit der Idee zusammen, die Stadt Funchal in den entscheidenden Momenten ihrer Entwicklung zu erfassen.
Auf diese Weise wird beabsichtigt, eine Bezugsquelle zu ihrer Veranschaulichung zu schaffen.
Ein kleines Dorf von Kunsthandwerkern wachst uber die Ufer eines Flusses hinaus und erreicht durch Zuckerproduktion und Zuckerhandel einen Wendepunkt ihres Lebens. Der Aubenhandel denht sich aus bis zu den verschiedensten Hafen Nordeuropas mit Vorrang auf Antwerpen, aber auch in den Mittelmeerraum bis hin nach Konstantinopel.
Das Entstehen der Stadt Funchal ist somit eng Verbunden mit dem Zuckerhandel und der zunehmenden Bedeutung der Insel Madeira im Rahmen der atlantischen Expansion ais Mission des Koningshauses.
So anderte sich der Ort im Laufe der Zeit nach dem Geschmack der neuen politisch-administrativen, wirtschaftlichen , geistigen und kulturellen Verhaltnisse.
Der Zyklus des Zuckers wurde allmahlich durch das Aufkommen des Weinhandels als neuem, bestimmendem Wirtschaftsfaktor abgelost, und spater durch den Tourismus.
Somit dient der Museumsschwerpunkt der Stadt Funchal dazu, ein Bindeglied zu schaffen, das noch uber wache Erinnerungen an diese Vergangenheit verfugt. Diese Einrichtung versteht sich nicht als Raum zur Veranschaulichung der Vorgange der Zuckerproduktion und des Zuckerhandels, sondern geht ein auf die Auswirkungen im Bereich der Kultur und der Kunst. Der insel und der Stadt eroffneten sich neue Welten, die das Image ihres Ideenreichtums veranderten oder formten. Sobald sich ein Weg versperrte, zeigte sich ein anderer am Horizont. - Francisco Clode de Sousa