Was die Madeiraweine so besonders macht
Die Antwort liegt in der Traubensorte, dem Boden und dem Klima, die einzigartig auf dieser kleinen Insel sind, ebenso wie in der Art der Erwärmung (“estufas” genannt) und der Unterbrechung des Gärvorgangs, zwei der Geheimnisse, welche die Besonderheit des Madeiraweins ausmachen.
Kombinate stellen einen Wein her, der nicht nur in jede erdenkliche Ecke der Welt reist, sondern auf unbestimmte Zeit im Fass reift.
Die felsigen Böden und die steil abfallende Küste Madeiras zwingen die Bauern dazu, die Weinberge von Hand in kleinen Abschnitten anzulegen. Diese werden in den Berghängen von Steinmauern (Terrassen) getragen, mit dem Ziel, die allmähliche Abtragung des wertvollen und fruchtbaren Bodens zu verhindern.
Die Topographie dieser Insel setzt einer Ausweitung des Weinanbaus auf anschauliche Weise Grenzen, was dazu führt, dass die Madeiraweine einzigartig und mengenmässig begrenzt sind.
Während des 18. Jahrhunderts ankerten die Karavellen auf ihrem Weg in die Neue Welt oft vor Madeira, um sich mit Wein und anderen Erzeugnissen einzudecken.
Um seine Qualität zu verbessern und seine Haltbarkeit zu verlängern, wurde dem Madeirawein Brandy zugesetzt (heute Weingeist), so wie beim Portwein auch. Auf diese Weise erreichte man einen vorzeitigen Gärstopp.
Zu jener Zeit entwickelten sich die Madeiraweine zu den beliebtesten Weinen an den europäischen Königshöfen ebenso wie in Amerika, was dadurch untermauert wird, dass später in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika die Trinksprüche mit Madeirawein ausgebracht wurden.
Einige Tage nach ihrer Abfahrt kamen die meisten der Schiffe in Gebiete mit tropischer Wärme. Man stellte fest, dass der Temperaturanstieg in den Fässern eine positive Auswirkung auf den mit Alkohol versetzten Wein hatte: Er wurde auf diese Weise völlig neuartig konserviert und bekam ein rauchiges, charakteristisches und einzigartiges Bukett. Heute noch kann Madeira sich rühmen, einen der langlebigsten Weine der Welt zu erzeugen.
Der Ausspruch Winston Churchills in den 50er Jahren während eines Ferienaufenthaltes auf Madeira und anlässlich eines Glases eines 1789er Terrantez bestätigt es:”Mein Gott! Sehen Sie mal, als dieser Wein hergestellt wurde, lebte Marie Antoinette noch?!”
Die Erwärmung, “estufagem” genannt, entwickelte sich zu einer anerkannten Konservierungsmethode von Weinen. Dabei werden sie zunächst in grossen Bottichen gelagert und auf natürliche Weise mittels Sonneneinstrahlung erwärmt. Später kommen sie in vier Spezialöfen, die mit einer Warmwasserzirkulation ausgestattet sind.